Alsterwanderweg: von Fuhlsbüttel zur Hudtwalckerstraße

Am 8. März 2015 war mal wieder wundervolles Frühlingswetter in Hamburg. Die Sonne lachte nur so vom Himmel und wir wollten dieses tolle Wetter nutzen und ein wenig am Alsterwanderweg lustwandeln.
Wir haben uns dabei an der Tour 5 des Hikeline Wanderführers „Rund um Hamburg“ orientiert. Allerdings wollten wir nirgendwo hinfahren müssen und sind einfach in Fuhlsbüttel gestartet. Die Hikeline-Tour startet nämlich in Poppenbüttel und stellt den 2. Teil der Wanderung entlang der Alster dar. Endpunkt ist die U-Bahnstation Baumwall. Den 1. Teil von Kayhude nach Poppenbüttel waren wir ja bereits im vergangenen Jahr gewandert.

Wer auch von Fuhlsbüttel aus starten will, startet am besten am U-Bahnhof Fuhlsbüttel. Man geht über den Zebrastreifen, dann links bis zur Hummelsbütteler Landstraße. Hier rechts wenden und weiter bis zur Unterführung. Wir unterqueren die Hu-La und… sind nun am Alsterwanderweg. Nun über die Brücke und dann rechts.

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Kurz darauf liegt links das Restaurant „Zur Ratsmühle“ und der Tretbootverleih. An dieser Stelle befand sich früher die Fuhlsbüttler Wassermühle, die 1420 in städtischen Besitz kam und seitdem nur noch Ratsmühle genannte wurde. Wir befinden uns hier am sogenannten Alster / Mühlenteich, der Alsterlauf gleicht hier in der Tat eher einem kleinen Teich. Perfekt für einen Start mit Tretboot, Kajak oder Kanu. Ab hier folgen wir der Tour von Hikeline, wir sind jetzt bei Punkt 4 am Ende.

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Die Strecke bleibt die ganze Zeit dicht am Lauf der Alster. Man wechselt öfter mal das Alsterufer, hier gibt es viele Brücken. Brücken sind das Stichwort. Um der erkrankten Sabine von Hamburgs Brücken www.hamburgsbruecken.de eine Freude zu machen, haben wir fast alle Brücken auf unserem Weg fotografiert, in der Hoffnung, dass auch ein paar dabei sind, die sie noch nicht hat. Und es waren ein paar dabei!

Man folgt zunächst dem Justus-Strandes-Weg stadteinwärts. An seinem Ende befindet sich die Schleuse Am Hasenberge. Dies ist übrigens die letzte Schleuse vor der Außenalster. Die alte Schleuse wurde leider vor einigen Jahren abgerissen. Jetzt gibt es dort ein neues Gebäude mit neuer Technik. Das war sicher nötig, aber schade ist es schon. Dafür gibt es dort jetzt eine Treppe, auf der man bei schönem Wetter relaxen kann. Bei Yelp habe ich einen bzw. eigentlich gleich mehrere Beiträge von Enrique K. über diese Schleuse gefunden. Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen. Die Fischtreppe konnten wir von unserer Seite aus übrigens leider nicht sehen. Aber Enrique hat ein schönes Foto gepostet.

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Am Alsterdorfer Damm kommt man dann am Bistro „Braband“ vorbei. Das „Braband“ befindet sich in einem 1919 erbauten Klinkerbau, der ursprünglich als öffentliche Toilette und Trafostation diente. Das gesamte Ensemble aus Brücke und Trafohäuschen steht seit 1991 unter Denkmalschutz und seit 2010 ist dort das Bistro untergebracht. Bis dahin moderte das hübsche Gebäude vor sich hin. Auf der Webseite des Braband gibt es eine gut gemachte Seite, die die Geschichte und Entwicklung rund um das Braband beschreibt. Benannt wurde das Bistro übrigens nach dem gelernten Juristen Dr. Eugen Julius Theodor Braband (1843-1887), der später noch Senator wurde – wenn auch nur kurz. Aber was sage ich, lest es einfach selbst auf der besagten Seite.

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Zwei katholische Priester waren auch am Lustwandeln. Ungewöhnlicher Anblick im protestantischen Hamburg.

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Unser Weg führte uns nun vorbei am Kleingartenbauverein Birkenhain e.V. Diese Gärten mit Blick auf die Alster sind wahrscheinlich sehr begehrt. Leider konnte ich keine Webseite des Vereins finden. Ich hätte gerne mehr Informationen geliefert. Noch war es gar nicht grün, so dass ich nicht besonders viele Fotos von den Gärten habe.

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In Höhe des Wolffsonweges (den sieht man nicht vom Alsterwanderweg aus) ist der Alsterlauf wieder künstlich verbreitert. Von alleine wäre er sicherlich nicht viereckig geworden. Auch hier laden wieder Treppen dazu ein, sich in der Sonne niederzulassen und das Wasser zu beobachten. Oder die vielen Wassersportler, denn heute war viel los. Kajaks, Ruderboote und Drachenboote haben wir gesehen. Es wurde trainiert wie wild. Auf dem anderen Ufer kann man im Hintergrund die Alsterkrugchaussee sehen. Obwohl sie eine viel befahrene Straße ist, nimmt man sie kaum war. Hier an der Alsterkrugchaussee befindet sich auch ein Studentenwohnheim in allerbester Lage und das Schulbootshaus Kugelfang der Behörde für Schule und Berufsbildung. Daneben befinden sich noch weitere Bootshäuser verschiedener Rudervereine hier.

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Der Weg geht weiter, immer an der Alster entlang. Wir unterquerten den Ring 2 und kurz drauf eine trutzige Eisenbahnbrücke. Dies ist eine der Brücken, die Sabine von Hamburgs Brücken noch nicht hat und ich hoffe, dass sie bald Näheres dazu erzählen wird. Das Ding wirkt jedenfalls wie ein Bunker.

Kurz darauf änderte sich das Bild wieder total, wir kamen am großen Lattenkamp-Spielplatz vorbei. Es war viel los bei dem tollen Wetter. Früher befand sich hier das Freibad Lattenkamp. Das Bad wurde 1915 von Fritz Schumacher entworfen und in den 1980er Jahren abgerissen. Heute stehen auf dem Gelände Wohnhäuser und der Spielplatz. Ich war auch ein paar Male als Kind im Lattenkamp Bad.

An der Meenkbrücke wechselten wir wieder die Alsterseite. Die Meenkwiese war schon ganz gut besucht, alles freute sich über die Sonne. Barmeier‘s Garten war aber noch verriegelt und verrammelt. Ich habe mir mal die Internetseite angesehen, aber die ist furchtbar veraltet. Dort wird noch auf den Weihnachtsmarkt hingewiesen… Aber es scheint so, dass ab Anfang April jedes Jahr geöffnet wird.

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Im Haynspark wurde schon fleißig gegrillt. Sofort fällt einem der Säulenpavillon auf, der leider ziemlich mit Graffiti beschmiert ist. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Monopteros.

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Laut Wikipedia ist das ein „Rundbau mit Säulen, der nach modernem Sprachgebrauch im Unterschied zur Tholos keineCella – einen geschlossenen Innenraum – besitzt.“
Ich habe gelesen, dass man dort im Sommer manchmal Konzerte hören kann. Vielleicht weiß ja ein Leser mehr darüber?

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Wir sind dann über die schöne Holzbrücke gegangen, die Sabine – natürlich – schon hat. Der Blick geht nun schon hinüber zum Winterhuder Fährhaus, das auch manchmal etwas despektierlich „Vogelkäfig“ genannt wird. Auch hier gähnende Leere. Die Theatergaststätte scheint mal wieder frei zu sein. So langsam hatten wir Hunger und weit und breit kein offenes Lokal.

Da sie ja schon so schön in Sichtweite war, sind wir noch einmal zur Kirche St. Johannis gegangen. Mir fehlten ja noch Bilder vom Innenraum. Diesmal hatten wir Glück. Ich habe ja schon berichtet. wir haben dann noch einen kleinen Schlenker gemacht, zu dem kleinen Fachwerkhaus, in dem sich schon seit Ewigkeiten wechselnde Restaurants befinden. Zur Zeit ist dort die Trattoria Campo da Franco untergebracht. Über die Qualität kann ich nichts sagen, ich war noch nicht dort.

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Nun wieder zurück zum Leinpfad und noch schnell die hübsche kleine Leinpfadbrücke und die Wasserseite des Klosters St. Johannis fotografiert.Die Fotos findet ihr im Beitrag Update Kloster St. Johannis.
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Die Fotografiererei hat uns viel Zeit gekostet, bis zum Baumwall würden wir es heute nicht mehr schaffen. Wir entschlossen uns daher zum Winterhuder Markt zu gehen um zu sehen, ob es dort etwas zu essen und zu trinken gibt. Wir hatten Glück: Im Winterhuder Kaffeehaus gab es alles, was das Herz begehrt. (Auch Toiletten.) Gegen den ersten großen Durst gab es alkoholfreies Weizenbier, zum Genießen dann Kaffee und Kuchen. Die Kuchenstücke waren riesig! Wir hatten Heidelbeer-Käsetorte – mega lecker. Alles ein büschen chaotisch, aber sehr, sehr nette Leute. Ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall. Dies war ein gelungener Abschluss unserer Tour.
Winterhuder Kaffeehaus image042

Danach ging es zur U-Bahn-Station Hudtwalckerstraße und mit der Bahn zurück nach Fuhlsbüttel.

U-Bahn Hudtwalckerstraße

 

 

 

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